Mein Bewegungstreff: Ab Oktober biete ich ein Probetraining an, jeden 4. Samstag im Osten von Hamburg. Nähere Infos folgen.

Wir bewegen uns viel zu wenig. Wenn ich mir vorstelle: Wir haben am Schreibtisch nur einen Quadratmeter Platz, im Auto sitzen wir auch, der Platz ist nicht viel größer, dann kommen wir ins Fitnessstudio und sitzen auch wieder an den Kraftgeräten. Wir nutzen Fahrstühle und Rolltreppen. Unser Bewegungsapparat ist aber für Bewegung ausgerichtet.

Es heißt wir sollen 10.000 Schritte am Tag gehen. Wenn man bedenkt, dass die Menschen früher bis zu 24 km gegangen sind, ist es kein Vergleich zu heute. Irgendwo habe ich mal gelesen, es waren sogar 40 km. Heute sitzen wir 8-10 Stunden, wir sollten uns aber besser so lange bewegen. Es sollen heutzutage sogar nur 25 min sein, die wir uns bewegen. Durch tägliches Sitzen entwickeln wir Dysbalancen, z. B. ISG Blockade, Periformissyndrom und Ischalgie. Diese Dysbalancen lassen sich durch Bewegung vermeiden. Ich trainiere in unterschiedlichen Fitnessstudios, um einfach zu beobachten, was andere Studios so machen. Es gibt einige Studios, die sich vermehrt nur auf jüngere Mitglieder konzentrieren – so kommt es mir zumindest vor. Aber wir werden immer älter, gerade die Menschen, ab 40 Jahre bis 75 sind die interessantere Zielgruppe. (demografischer Wandel). Ich möchte mehr Menschen zum Sport bewegen.

Aber wie schwer ist es eigentlich Bewegung in den Tag zu integrieren. Wenn man bis zu 10 Stunden im Büro ist, Familie hat, Geschäftsreisen macht, gestresst ist vom Alltag, Kinder betreut, sollte - glaube ich - keiner kommen, und sagen, bring mal mehr Bewegung in deinen Tag, dann fühlst du dich besser. Burnout ist ganz verbreitet in allen Berufsschichten. Der alltägliche Stress ist einfach bei vielen zu dominant.

Und um jetzt die Kurve zu bekommen zu meinem Bewegungstreff: Genauso ging es mir auch für bald 2 Monate. Mir war klar, das will ich nicht, ich muss etwas ändern.

Also überlegte ich mir, was brauche ich, um besser abschalten zu können. Auf jeden Fall Ruhe, ich bin ein Naturmensch, also Ruhe auf jeden Fall, keine Geräusche, keinen Druck, so du musst jetzt 15 km oder mehr laufen. Ich wollte einfach nur meinen Körper wieder in Schwung bringen und spüren. Also machte ich mich walkend in den Park. Ich habe in der Nähe der Feldmark/ Havighorst einen See, um den bin ich sonst immer gelaufen. Ich habe also meine Runden gedreht und siehe da, ich hatte Lust auf eine paar Ausfallschritte, dann bin ich weitergewalkt, dann kamen ein paar Kniebeugen dazu, dann bin ich einen kleinen Berg mit Ausfallschritten hochgegangen, dann habe ich an jeder Bank Liegestütz gemacht und es wurde immer mehr. Später haben mich Spielplätze zu kleinen Übungszirkeln inspiriert und so ging es immer weiter.

Mein Bewegungstreff ist eine nette Gelegenheit gemeinsam, ganz entspannt zu sporteln. Wir fangen einfach an und wenn wir alle ein bestimmtes Niveau haben, dann kommen HIT Zirkel dazu und Laufsprints HIIT. Wenn wir soweit sind, dann bekommt man einen Ernährungstipp, der für den Tag vor dem Training mittags und den Tag nach dem Training mittags gilt und dann möchte ich mal gern wissen, wer hier kein Kilo abgenommen hat. Wäre ja gelacht.  Zwischendurch wird immer gewalkt, eine Pause machen wir nicht. Das Ganze dauert zwischen 45 und 75 Minuten und findet zurzeit nur im Osten von Hamburg statt. Auf jeden Fall machen wir keine Pause, wir haben mehr als 1 qm Platz und spüren unseren Körper. Wer hat zuletzt 100 Ausfallschritte im Training gehabt, denn wir walken nicht nur, wir gehen in Ausfallschritten oder springen in der Kniebeuge, wer kennt den Spider, danach fühlt man sich richtig gut. Der Muskelkater ist definitiv vorprogrammiert.  

Ziel ist, dass nicht mehr als 10 Personen, das können Kollegen sein oder Frauen, die gemeinsam trainieren wollen und keinen Mut haben ins Fitnessstudio zu gehen oder auch Firmen, die im Rahmen von Betrieblichem Gesundheitsmanagement etwas für ihre Mitarbeiter tun wollen oder Sie suchen etwas für ein Geschäftsführungssitzung, um den Kopf frei zu bekommen, damit man am Abend weiterarbeiten kann. 

Wie ist meine Bewegungstreff entstanden?

Es gab eine Zeit bei mir, wo ich extrem viel gearbeitet habe. 15/7 kann man sagen. Das war eine wichtige Phase für mich, da ich viele Projekte neu angeschoben habe. In dieser Zeit muss ich im Nachhinein sagen, ist mein Training zu kurz gekommen.

Aber mein Kopf war so voll und ich war durch den Zeitdruck und das Springen von einem Thema zum nächsten so angespannt, dass ich gar nicht wirklich die Ruhe hatte mich auf mein Training zu konzentrieren. So ging es nicht weiter. So nicht. Ich wusste, dass ich im Moment noch nicht mit Training anfangen konnte, da ich nur durchgetaktet war, aber ich wusste, dass ich wenigstens Bewegung wieder in den Tag integrieren wollte. Ich wusste auch, dass Laufen jetzt nichts bringen würde, weil ich mir sicherlich wieder Trainingsvorgaben gegeben hätte, die zusätzlichen Stress bedeutet hätten. Ferner, ich laufe, seitdem ich 14 Jahre bin, ich habe meinen Vater früher immer bei seinen Trainings für den Hamburger Marathon begleitet. Ich war dann Wasser, Pflaster, Handtuchträger. Es hat mir aber immer sehr viel Spaß gebracht. Er fand es klasse, ich habe ihn über Jahre begleitet.  

Es musste etwas passieren: Ich überlegte mir, wie habe ich es denn vorher eigentlich geplant und durchgeführt. Ich bin zeitweise, wenn mein Terminplan es erlaubte, z. B. die Hälfte der Fahrt zum Fitnessstudio in Wandsbek zu Fuß gegangen.

Für diejenigen, die Hamburg, kennen: Das Auto wurde Washingtonallee geparkt und ich bin dann von dort über die Sievekingsallee – Horner Kreisel –Hammer Str. zum Fitnessstudio zu Fuß gegangen. Das sind laut Navi 4,5 km, Flasche Wasser, Beine in die Hand und los ging´s. Hin und zurück gut 9 km, vielleicht 2 x am Tag, wenn ich vormittags und nachmittags dort Trainings hatte, ich fand es gut.

Es ist so, ich hatte gemerkt, dass ich bei Stress, zu viel Terminen, Anspannung im Körper, Kopf zu mit Business-Themen, keinen Sport machen konnte. Es ging einfach nicht. Und unter Zeitdruck kann ich überhaupt nicht trainieren. Ich merkte auch, dass ich etwas Anderes benötigte, als ein volles Fitnessstudio, viele Geräusche, laute Musik.  

Im Fernsehen hatte ich dann etwas über einen Walking-Wettkampf gesehen. Das war es. Na klar. Das war es. Richtig. Ich brauchte etwas, um abzuschalten. So bin ich auf das Walken umgestiegen. Die Anzahl der Schritte war mir erst einmal egal, aber ich konnte zumindest meine Anspannung loswerden.  

Viele Grüße Kathrin Wilke Bewegungscoach aus HH

 

 

 

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